Weitblick auf die Wasserfallen

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Weitblick auf die Wasserfallen Auf der Wanderung von der «schönsten Baselbieter Gemeinde» ins Fünflibertal wähnt man sich in den Schneebergen Blick von der Ruine Rifenstein Diese Fünf-Sterne-Tour ins Fünflibertal ist kurz, bei Schnee und Eis aber anspruchsvoll. Sie bietet einen - bei Minustemperaturen - vereisten Wasserfall,ein verträumtes Tälchen und eine alte Ruine aus dem 13. Jahrhundert. Ausgangspunkt unserer Wanderung ist Titterten, das sich selbst «die wohl schönste Gemeinde im Baselbiet» nennt. Auf einem Höhenzug zwischen den beiden Frenkentälern ist sie tatsächlich bevorzugt gelegen - und bietet eine hübsche Aussicht in das Wasserfallen-Gebiet. Vorbei am dorfeigenen Schlittelhang, über den Kinder mit Feuereifer hinuntersausen, gehts über festen Schnee zur Abwasserreinigungsanlage und zu einem Bienenhäuschen,das nahe dreier zugefrorener Teiche liegt. Hier gelangen wir über eine waldige Steilstufe in den Flügraben - in dieser Partie ist Vorsicht geboten, denn ganz offensichtlich geht hier kaum jemand durch, und die eine oder andere Stelle des Wegs ist ziemlich glatt. Wenn wir unten sind, tut sich aber eine zauberhafte Welt auf: Wir stehen einem vereisten Wasserfall gegenüber und Dutzenden von riesigen Eiszapfen. Wir wähnen uns in einer Märchenwelt und verschmerzen die Tatsache, dass in dieses schattige Tälchen keine Sonne kommt. Eine eigene Welt. Auf einer schmalen Spur geht es nun weiter dem Bach entlang, nichts ist zu hören ausser dem Plätschern des Wassers und dem einen oder anderen Lockruf eines Vogels, der bereits den Frühling spürt. Wir glauben durch eine ganzeigene Welt zu wandeln, so abgeschieden ist hier alles. Weiter unten zeigt ein Wegweiser den Hang rechts hoch zur Ruine Rifenstein. Die auf einem Felsvorsprung auf dem Südhang des Rifensteins gelegene Ruine ist noch wenig erforscht, wer hier gelebt hat, ist ungewiss. Durch die Form des Felsens wird die Burg in drei Teile unterteilt: den Wohnturm auf der Felsspitze, eine ummauerte Terrasse im Osten und überbaute Felsschlünde im Westen. Man vermutet, dass die Burg von 1200 bis 1350 bewohnt war - in schriftlichen Zeugnissen wird sie jedoch kaum erwähnt. Wer immer auch auf dieser Burg künftig Ausgrabungen betreiben wird, er hat auf jeden Fall eine fabelhafte Aussicht auf Reigoldswil und Richtung Wasserfallen. An dem Tag unseres Besuchs sehen wir eine weisse Landschaft, so weit das Auge reicht. Wir wähnen uns in den Bergen, und prompt stellt sich ein Ferien-Feeling ein. Hier oben lässt es sich trefflich rasten und die noch kraftlose Sonne geniessen. Dann geht es hinunter, über steile, vereiste Stufen, die mit Bedacht zu nehmen sind, zurück auf den Wanderweg. Nur Fünfliber. Wir queren das Bächlein und erreichen durch Wald und über Wiesen schon bald Reigoldswil im Fünflibertal. Ein Grossteil der Leute verdiente hier im 19. Jahrhundert das Geld mit Seidenbandweberei- die Heimposamenter mussten ihre Ware selber zu den Seidenherren nach Basel bringen. Dafür wollten sie allerdings nicht in Scheinen, sondern mit Fünflibern entlohnt werden, weil sie Papiergeld nicht trauten. Heute nimmt man Papiergeld in den Reigoldswiler Wirtschaften jedoch recht gerne entgegen. Quelle: Daniel Zahno - BaZ | Samstag, 28. Februar 2009


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