Mrz 2 2009

Weitblick auf die Wasserfallen

admin

Weitblick auf die Wasserfallen Auf der Wanderung von der «schönsten Baselbieter Gemeinde» ins Fünflibertal wähnt man sich in den Schneebergen Blick von der Ruine Rifenstein Diese Fünf-Sterne-Tour ins Fünflibertal ist kurz, bei Schnee und Eis aber anspruchsvoll. Sie bietet einen - bei Minustemperaturen - vereisten Wasserfall,ein verträumtes Tälchen und eine alte Ruine aus dem 13. Jahrhundert. Ausgangspunkt unserer Wanderung ist Titterten, das sich selbst «die wohl schönste Gemeinde im Baselbiet» nennt. Auf einem Höhenzug zwischen den beiden Frenkentälern ist sie tatsächlich bevorzugt gelegen - und bietet eine hübsche Aussicht in das Wasserfallen-Gebiet. Vorbei am dorfeigenen Schlittelhang, über den Kinder mit Feuereifer hinuntersausen, gehts über festen Schnee zur Abwasserreinigungsanlage und zu einem Bienenhäuschen,das nahe dreier zugefrorener Teiche liegt. Hier gelangen wir über eine waldige Steilstufe in den Flügraben - in dieser Partie ist Vorsicht geboten, denn ganz offensichtlich geht hier kaum jemand durch, und die eine oder andere Stelle des Wegs ist ziemlich glatt. Wenn wir unten sind, tut sich aber eine zauberhafte Welt auf: Wir stehen einem vereisten Wasserfall gegenüber und Dutzenden von riesigen Eiszapfen. Wir wähnen uns in einer Märchenwelt und verschmerzen die Tatsache, dass in dieses schattige Tälchen keine Sonne kommt. Eine eigene Welt. Auf einer schmalen Spur geht es nun weiter dem Bach entlang, nichts ist zu hören ausser dem Plätschern des Wassers und dem einen oder anderen Lockruf eines Vogels, der bereits den Frühling spürt. Wir glauben durch eine ganzeigene Welt zu wandeln, so abgeschieden ist hier alles. Weiter unten zeigt ein Wegweiser den Hang rechts hoch zur Ruine Rifenstein. Die auf einem Felsvorsprung auf dem Südhang des Rifensteins gelegene Ruine ist noch wenig erforscht, wer hier gelebt hat, ist ungewiss. Durch die Form des Felsens wird die Burg in drei Teile unterteilt: den Wohnturm auf der Felsspitze, eine ummauerte Terrasse im Osten und überbaute Felsschlünde im Westen. Man vermutet, dass die Burg von 1200 bis 1350 bewohnt war - in schriftlichen Zeugnissen wird sie jedoch kaum erwähnt. Wer immer auch auf dieser Burg künftig Ausgrabungen betreiben wird, er hat auf jeden Fall eine fabelhafte Aussicht auf Reigoldswil und Richtung Wasserfallen. An dem Tag unseres Besuchs sehen wir eine weisse Landschaft, so weit das Auge reicht. Wir wähnen uns in den Bergen, und prompt stellt sich ein Ferien-Feeling ein. Hier oben lässt es sich trefflich rasten und die noch kraftlose Sonne geniessen. Dann geht es hinunter, über steile, vereiste Stufen, die mit Bedacht zu nehmen sind, zurück auf den Wanderweg. Nur Fünfliber. Wir queren das Bächlein und erreichen durch Wald und über Wiesen schon bald Reigoldswil im Fünflibertal. Ein Grossteil der Leute verdiente hier im 19. Jahrhundert das Geld mit Seidenbandweberei- die Heimposamenter mussten ihre Ware selber zu den Seidenherren nach Basel bringen. Dafür wollten sie allerdings nicht in Scheinen, sondern mit Fünflibern entlohnt werden, weil sie Papiergeld nicht trauten. Heute nimmt man Papiergeld in den Reigoldswiler Wirtschaften jedoch recht gerne entgegen. Quelle: Daniel Zahno - BaZ | Samstag, 28. Februar 2009


Feb 12 2009

Ruine soll aus Dornröschenschlaf erwachen

dtschopp

Reigoldswil
Zum Start der Sanierung der Ruine Rifenstein gibts Ende August ein zweitägiges Mittelalterfest.
Die Burgruine Rifenstein droht zu zerfallen. Um zum Start der dingenden Sanierung eine Finanzspritze zu erhalten und um der Bevölkerung das Reigoldswiler Wahrzeichen näher zu bringen, organisiert die Gemeinde Ende August ein Ruinenfest.

Über die Geschichte der Burgruine Rifenstein in Reigoldswil ist nur wenig bekannt. Ob um 1145 wirklich ein Ulrich von Rifenstein die Burg bauen liess und diese dann bewohnte oder ob diese tatsächlich Stammsitz einer Familie von Dienstleuten des mächtigen Grafen von Frohburg war - darüber kann zwar spekuliert werden, doch bestätigt werden diese Angaben nirgends. Klar ist nur, dass die heute erkennbaren Mauerreste nicht vom 12., sondern 13. Jahrhundert datieren. Dank einer Urkunde weiss man, dass eine adlige Familie von Reigoldswil 1226 bis 1237 im Besitz der Burg war.

“Die Ruine ist heute in einem sehr schlechten Zustand und die Zeit nagt unaufhaltsam an den Mauerresten”, erklärt Gemeinderat Urs Casagrande, Vize-Präsident des Organisationskomitees Ruinenfest. Wie viele andere Burgen in der Region wurde die Rifenstein beim grossen Erdbeben 1356 gravierend beschädigt. 1933 kaufte die Gemeinde Reigoldswil die Ruine und sanierte sie über drei Jahre hinweg. Diese ersten Versuche, der Ruine den alten Glanz zurück zu geben, seinen nicht wirklich erfolgreich gewesen, weiss Casagrande. Starker Bewuchs und in Teilbereichen lockeres Mauerwerk veranlassen die Gemeinde, die Rifenstein einer kompletten Sanierung zu unterziehen. Laut Kantonsarchäologie, die 2003 eine Bestandesaufnahme durchführte, sind die Kosten von 250 000 Franken zu erwarten.

Einblick in Ritterrüstungen
In den Köpfen der älteren Reigoldswiler ist die Rifenstein noch sehr gut verankert. Doch für Jüngere und Auswärtige ist die Ruine kaum mehr ein Begriff - viel mehr ist die Wasserfallenbahn in aller Munde. “Mit dem Ruinenfest soll die Ruine wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung der Region gerufen und zu einer Touristenattraktion werden”, wünscht sich Casagrande. Nebenbei hofft die Gemeinde, durch die Einnahmen des Festes einen ersten finanziellen Anschub zu erhalten.

Das Fest vom 22. und 23. August steht im Zentrum der mittelalterlichen Bräuche. Neben entsprechender Musik, Theater und Verpflegung soll es den Besuchern möglich sein, selbst bei Attraktionen mitzuwirken und die damalige Handwerkskunst zu erlernen. Engagiert wurde dafür eine Gruppe aus Deutschland, die seit Jahren solche Mittelalter-Märkte und Schauspiele durchführt. Die Besucher erwartet ein aktiver Einblick in die Zeit der Rüstungen und Burgen.

Rifenstein Sagenweg
Da rund um die Burgruine Rifenstein diverse Sagen existieren, wird neben dem Fest ein so genannter Sagenweg eröffnet. Damit will man der Bevölkerung diese Überlieferung näher bringen. Geplant ist ein Rundwanderweg mit Skulpturen zwischen dem Dorfplatz und der Ruine. Das zweitägige Fest soll das Wahrzeichen des Dorfes wieder in den Mittelpunkt rücken und dessen kulturellen Wert vermitteln.

Quelle: Tobias Gfeller - BZ | Donnerstag, 12. Februar 2009


Jan 28 2009

Ein Riesenspektakel für eine alte Ruine

dtschopp

Für rund 250 000 Franken wird die Reigoldswiler Burgruine saniert. Die Einwohnergemeinde nimmt das zum Anlass, das alte Gemäuer zu einem überregionalen Ausflugsziel zu machen.

Seit Jahren schon nagt der Zahn der Zeit an der Ruine Rifenstein:

Das Gemäuer bröckelt, das Holz modert und überhaupt ist vom einstigen Glanz nicht mehr allzu viel zu erkennen.

Kein Wunder: Über 70 Jahre sind mittlerweile vergangen, seit die Burg das letzte Mal saniert worden ist.

Nun organisiert die Einwohnergemeinde Reigoldswil ein grosses Mittelalterspektakel rund um das alte Gemäuer. Nicht um der sterbenden Ruine die letzte Ehre zu erweisen – sondern um ihr neues Leben einzuhauchen. «Mit dem Spektakel möchten wir die Burg wieder mehr ins Bewusstsein der Leute rücken und den Startschuss für die bevorstehende Sanierung geben», sagt Daniel Tschopp, Reigoldswiler Gemeinderat und OKPräsident des Spektakels. Laut einer Bestandesaufnahme der Kantonsarchäologie aus dem Jahr 2003 soll die Sanierung rund 250 000 Franken kosten.

Experten helfen mit. 

Stattfinden wird das Spektakel am Wochenende vom 22./23. August. Zu erleben gibt es nebst Speis und Trank eine Zeltstadt, einen Mittelaltermarkt und allerlei Ritter und Gaukler.

Damit die Authentizität gewahrt wird, stehen dem Organisationskomitee laut Tschopp die Experten von «Kramer Zunft und Kurtzweyl» zur Seite – eine Organisation, die bereits seit vielen Jahren in ganz Europa Mittelalterspektakel veranstaltet.

Baselbieter-Sagen.

Zudem wird an dem Fest ein «Sagenweg» eröffnet – ein Rundwanderpfad, auf dem lebensgrosse Figuren alte Baselbieter Sagen erzählen, die sich rund um die Burg drehen. «Ein Angebot, das beispielsweise für Schulklassen interessant sein könnte», wie Tschopp sagt. 

Wer auch etwas zum Fest beitragen möchte – etwa durch eine spezielle Darbietung oder in einer anderen Form – kann sich bei Tschopp melden. Auf der Webseite werden ab Februar zudem laufend weitere Informationen zur Mittelalterveranstaltung aufgeschaltet.

Quelle: Lukas Meili - BaZ | Mittwoch, 28. Januar 2009