Jul 18 2009

1. Mittelalterlicher Markt und Ritterturnier zu Reigoldswil am 22. und 23. August 2009

admin

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um ersten Mal sey hier zu Reigoldswil zu Füßen der Burg Riefenstein einer längst vergangenen Zeit erinnert. Ein Turney wird gehalten wo sich edle Kämpen hoch zu Ross in der Ars Belli der Kriegskunst messen. Manch Disciplinae gilt es zu bestehen. Sey es der Ritt wider den Roland, das Ringelstechen und so manches mehr. Doch  wahre Meisterschaft zeigt sich beim Tijost wenn es gilt mit der Lanze wider den Kontrahenten zu reiten. Wenn dann bunte Wimpel fröhlich im Winde flattern, das Fanfarensignal ertönt und Ihr mit den Recken fiebert ist’s als wäret Ihr selbst Teil jenes Spectacels.

 

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o man zum Turneey ruft ists gute Sitt und Brauch Markt zu halten. Handwerksmeister deren Stolz  der Fleiß, redliche Krämer und die die Euch  mit Speis und Trank verwöhnen haben ihre Zelte aufgeschlagen .Hier könnt Ihr manch alt Gewerk bestaunen und insbesunder Eure Kindelein belehren lassen. Wenn zum Exempel die Herren Steinmetze den Knüpfel schwingen und manch kunstvoll Stück entsteht das die Jahrhunderte wird überdauern.

 

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ie, die solchem Fest erst die rechte Würze geben die Gaukler und Musici lassen Euch gänzlich das Herz aufgehen. Da lassen die Musici die Instrumenta klingen, und wenn die Gaukler Jocus treiben ist’s angezeigt das Wänstlein eng zu gürten auf dass es nicht vor Lachen birst.

 

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uch für Eure Kindelein ist Sorg getragen, seys es beim Turney der Kindelein wo sich die Obrigkeit höchst selbst ihrer annimmt und sie in den ritterlich Tugenden unterweist oder wenn der Märleinerzähler sein Schatzkästlein öffnet und sie in ferne Zauberwelten entführt.

 

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rklingt dann der Wächter Ruf zur Nacht könnt mit Fug und Recht Ihr sagen Ihr wart zu Gast in einer ander Welt.

 


Jul 10 2009

Ruinenfest 2009

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Willkommen im Mittelalter….

Ruine Rifenstein

Die Gemeinde Reigoldswil lässt am Wochenende vom 22. bis 23. August 2009 den Mythos der Ritter wieder aufleben. Allen abenteuerlustigen Freunden des Mittelalters wird zuhinterst im Feufliebertal rund um die Burgruine Rifenstein ein aussergewöhnliches Historienspektakel geboten.


Mai 26 2009

Gaukler, Barden und Ritter

admin

In Reigoldswil gibts ein Ruinenfest mit Historienspektakel, Turnier und Mittelaltermarkt

Edle Ritter werden um die Ehre kämpfen, Köchinnen mittelalterliche Fastfood-Alternativen anbieten, Handwerker ihre Körbe oder frisch geschmiedeten Messer feilhalten: Reigoldswil will mit seinem Ruinenfest in der Nordwestschweiz ein Mittelalterspektakel etablieren.

Ritterturnier

Und es wird sich begeben am Ende der dritten Woche des Erntemonats anno domini 2009, dass sich in Reigoldswil auf dem Felde zu Füssen des Burgfelsens deren zu Riefensteyn die Ritter der schwarzen Lanze treffen. Sie werden ihren prächtigen Schlachtrossen die Sporen geben und mit all ihrem Muth gegeneynander anreiten, die Lanzen gesenkt, um den Gegner aus dem Sattel zu stossen und so die Gunst einer edlen Jungfrau aus dem Fünflibertal zu erringen.

«Wir rechnen mit rund 5000 Besuchern», erklärt Daniel Tschopp, der im Gemeinderat Reigoldswil für Kultur zuständig ist. Dass schlechtes Wetter dem erstmals stattfindenden Ruinenfest am Wochenende vom 22./23. August einen Strich durch die Rechnung machen könnte, fürchtet er nicht: «Im Mittelalter hats auch geregnet, und dann wirds halt authentisch dreckig.»
Kein Festzelt mit PVC-Planen und Aluminiumgestänge würde nämlich nicht in die Kulisse passen. «Auch Feldschlösschen-Kühlcontainer oder Coca-Cola-Schirme wird es keine geben», betont Tschopp. «Es ist zwar nicht möglich, das Mittelalter zu 100 Prozent nachzustellen, aber eine gewisse Qualität wollen wir bieten und so auch Wissen vermitteln.» Mit andern Worten: Reigoldswil plant eine Mittelalter-Version des Römerfestes in Augst.

Den regionalen Tourismus stärken

Mit der ersten Ausgabe will der Gemeinderat auf die Ruine Riefenstein aufmerksam machen und mit dem Ertrag aus dem Fest eine Anschubfinanzierung für deren Sanierung (die bz berichtete) erwirtschaften. Der Eintrittspreis wird 10 Franken betragen, für Kinder unter dem Schwertmass (138 cm) ist der Eintritt Frei und für «Gewandete» - das bedeute Mittelaltergewänder, nicht Fasnachtskostüme, betont Tschopp - die Hälfte. Wird das Fest mit seinem Markt mit rund 30 Attraktionen wie der Mittelalterband «Krless» aus Tschechien, den «Rittern der schwarzen Lanze», dem «Medicus und Gaukler Lutzelot» sowie den Handwerkern ein Erfolg, soll es künftig zur regelmässigen Attraktion werden. «Baselland Tourismus ist unser Partner und wird das Ruinenfest auch im süddeutschen Raum anpreisen», berichtet Tschopp.

Generalunternehmer engagiert

Da es in der Schweiz und in der Region bisher nur einzelne Gruppen, aber keine professionellen Mittelalterdarsteller gibt, hat Reigoldswil das deutsche Unternehmen «Kramer Zunft und Kurtzweyl» (KZK) als Generalunternehmer engagiert. Diese Truppe inszeniert Mittelalter-Spiele und Märkte im ganzen deutschsprachigen Raum. Am Reigoldswiler Ruinenfest-Wochenende tritt sie parallel auch in Marburg und Bochum in Aktion, an den folgenden Wochenenden in Düsseldorf und Berlin. Reigoldswil ist in diesem Jahr der einzige Auftritt in der Schweiz, KZK hat einen ähnlichen Anlass aber früher in Laufenburg organisiert.
«Kramer Zunft und Kurtzweyl versucht, Mittelalterspezialisten aus der Region einzubinden», erklärt Tschopp. Und am Fest sollen auch Vereine aus dem Dorf und Schulklassen - letztere vor allem im Zusammenhang mit dem einzuweihenden Sagenweg (siehe Text unten) - mitmachen. «Schliesslich ist es ein Volksfest, mit dem wir versuchen, für diese ländliche Region etwas zu tun.»

Sagenweg als Ausflugsziel
Anlässlich des Ruinenfests wird auch der rund 1,5 Kilometer lange Sagenweg mit 13 Stationen zu Figuren aus dem Sagenbuch von Paul Suter eröffnet. Lebensgrosse Figuren aus dickem Stahlblech werden auf Schrifttafeln
die Sagen erklären. Die Sage von der Hängebrücke von Riefenstein auf die Fluh vis-à-vis wird mit einem Wackelsteg dargestellt. Feuerstellen sollen den Sagenweg zum kinderfreundlichen Familienausflugsziel machen und Tafeln zu Fauna und Flora das durchquerte Naturschutzgebiet erklären. Finanziert wird der Sagenweg durch den Lotteriefonds des Kantons Baselland, «Jura 2010» der Stiftung Wasserfallen und die Gemeinde Reigoldswil.

 Quelle: Daniel Haller - BZ | Dienstag, 3. März 2009


Apr 7 2009

Am Wegrand lauern Ritter und Geister

admin

Mit der Einweihung des Sagenwegs erwacht in Reigoldswil eine Idee, die Jahre geschlummert hat

Um die Ruine Rifenstein ranken sich seit Jahrhunderten witzige und gruselige Geschichten. Auf dem Sagenweg werden sie lebendig.

Immer und immer wieder wurden sie erzählt › sie wurden geschmückt, garniert und geschliffen, bis sie niedergeschrieben wurden. Mit dem Sagenbuch von Paul Suter und Eduard Strübin nahmen die Oberbaselbieter Erzählungen 1976 erstmals konkrete Formen an, nun sollen in Reigoldswil einige davon erlebbar gemacht werden.

Anlässlich des Reigoldswiler Ruinenfests am 22. und 23. August dieses Jahres soll um die Ruine Rifenstein herum ein Sagenweg entstehen. Auf einer Strecke von etwa einem Kilometer wird man nach dem «Museum zum Feld» eintauchen können in die Welt der alten Legenden: «Es wird ein aufregendes Erlebnis für die ganze Familie werden», freut sich Daniel Tschopp, der im Reigoldswiler Gemeinderat für Kultur zuständig ist. Alle hundert Meter wird auf dem Rundgang eine Figur aus Stahlblech stehen: Die bis zu 2,70 Meter grossen Helden werden auf Tafeln von ihren früheren Machenschaften erzählen.

Die Rifenstein-Jumpfere, die niesenden Geister von Rifenstein oder der böse Dietrich werden einiges zu berichten haben von vergangenen Zeiten. Wer sich traut, kann auf dem Weg vorbei an den Figuren auch über eine wacklige Hängebrücke balancieren: Der Sage nach führte vor langer Zeit eine Hängebrücke vom Tal zum gegenüberliegenden Felskopf: «Unvorstellbar weit», findet Tschopp.

Die Idee für das Projekt hat «lange geschlummert», wie Tschopp erklärt. Schon vor sechs Jahren habe sich der Initiant des Sagenwegs, sein Vater Roland Tschopp, an die Sekundarschule gewendet und sich mit einem Projektvorschlag eingebracht. Die Schüler sollten die Figuren der Rifensteinsagen nach eigenen Vorstellungen zeichnen und beschreiben.

Überrascht von der Begeisterung und den Ergebnissen entstand die Idee, die Legenden auch für die Öffentlichkeit greifbar zu machen. «Die Sponsorensuche gestaltete sich relativ einfach, da die Idee von Anfang an auf Wohlwollen stiess», stellt Daniel Tschopp rückblickend fest.

Von der Bevölkerung habe er bisher nur Gutes gehört. Dazu beigetragen hat wohl auch der Umstand, dass die Kosten überschaubar sind. Auf rund 25 000 Franken beziffert der Gemeinderat den finanziellen Rahmen; 10 000 hat der Kanton bezahlt, der Rest wurde von Stiftungen, Vereinen, Gönnern und der Einwohnergemeinde Reigoldswil aufgebracht.

Mit dem Sagenweg erhofft sich die Gemeinde Reigoldswil eine weitere Aufwertung des Naherholungsgebietes im Oberbaselbiet: «Der ganzjährig begehbare Weg soll Sonntagsausflügler, aber auch Schulklassen und Kindergärtner nach Reigoldswil locken», so Tschopp.

Titterten plant Verlängerung

Zusätzlich könnte man in naher Zukunft auf Hilfe aus dem Nachbardorf zählen. Titterten plant, in den nächsten zwei bis drei Jahren einen Erlebnisweg zu bauen, den die Besucher direkt im Anschluss an den Sagenweg begehen könnten. «Und gerne anschliessend noch ein Bier in der Dorfspelunke trinken», wie Tschopp mit einem Lachen hinzufügt.

  Quelle: Leif Simonsen - BZ | Freitag, 3. April 2009


Mrz 2 2009

Weitblick auf die Wasserfallen

admin

Weitblick auf die Wasserfallen Auf der Wanderung von der «schönsten Baselbieter Gemeinde» ins Fünflibertal wähnt man sich in den Schneebergen Blick von der Ruine Rifenstein Diese Fünf-Sterne-Tour ins Fünflibertal ist kurz, bei Schnee und Eis aber anspruchsvoll. Sie bietet einen - bei Minustemperaturen - vereisten Wasserfall,ein verträumtes Tälchen und eine alte Ruine aus dem 13. Jahrhundert. Ausgangspunkt unserer Wanderung ist Titterten, das sich selbst «die wohl schönste Gemeinde im Baselbiet» nennt. Auf einem Höhenzug zwischen den beiden Frenkentälern ist sie tatsächlich bevorzugt gelegen - und bietet eine hübsche Aussicht in das Wasserfallen-Gebiet. Vorbei am dorfeigenen Schlittelhang, über den Kinder mit Feuereifer hinuntersausen, gehts über festen Schnee zur Abwasserreinigungsanlage und zu einem Bienenhäuschen,das nahe dreier zugefrorener Teiche liegt. Hier gelangen wir über eine waldige Steilstufe in den Flügraben - in dieser Partie ist Vorsicht geboten, denn ganz offensichtlich geht hier kaum jemand durch, und die eine oder andere Stelle des Wegs ist ziemlich glatt. Wenn wir unten sind, tut sich aber eine zauberhafte Welt auf: Wir stehen einem vereisten Wasserfall gegenüber und Dutzenden von riesigen Eiszapfen. Wir wähnen uns in einer Märchenwelt und verschmerzen die Tatsache, dass in dieses schattige Tälchen keine Sonne kommt. Eine eigene Welt. Auf einer schmalen Spur geht es nun weiter dem Bach entlang, nichts ist zu hören ausser dem Plätschern des Wassers und dem einen oder anderen Lockruf eines Vogels, der bereits den Frühling spürt. Wir glauben durch eine ganzeigene Welt zu wandeln, so abgeschieden ist hier alles. Weiter unten zeigt ein Wegweiser den Hang rechts hoch zur Ruine Rifenstein. Die auf einem Felsvorsprung auf dem Südhang des Rifensteins gelegene Ruine ist noch wenig erforscht, wer hier gelebt hat, ist ungewiss. Durch die Form des Felsens wird die Burg in drei Teile unterteilt: den Wohnturm auf der Felsspitze, eine ummauerte Terrasse im Osten und überbaute Felsschlünde im Westen. Man vermutet, dass die Burg von 1200 bis 1350 bewohnt war - in schriftlichen Zeugnissen wird sie jedoch kaum erwähnt. Wer immer auch auf dieser Burg künftig Ausgrabungen betreiben wird, er hat auf jeden Fall eine fabelhafte Aussicht auf Reigoldswil und Richtung Wasserfallen. An dem Tag unseres Besuchs sehen wir eine weisse Landschaft, so weit das Auge reicht. Wir wähnen uns in den Bergen, und prompt stellt sich ein Ferien-Feeling ein. Hier oben lässt es sich trefflich rasten und die noch kraftlose Sonne geniessen. Dann geht es hinunter, über steile, vereiste Stufen, die mit Bedacht zu nehmen sind, zurück auf den Wanderweg. Nur Fünfliber. Wir queren das Bächlein und erreichen durch Wald und über Wiesen schon bald Reigoldswil im Fünflibertal. Ein Grossteil der Leute verdiente hier im 19. Jahrhundert das Geld mit Seidenbandweberei- die Heimposamenter mussten ihre Ware selber zu den Seidenherren nach Basel bringen. Dafür wollten sie allerdings nicht in Scheinen, sondern mit Fünflibern entlohnt werden, weil sie Papiergeld nicht trauten. Heute nimmt man Papiergeld in den Reigoldswiler Wirtschaften jedoch recht gerne entgegen. Quelle: Daniel Zahno - BaZ | Samstag, 28. Februar 2009